Angenommen, dein Ziel ist jetzt spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert. Du kannst es sehen, hören und fühlen.
Dann fehlt noch eine Prüfung und es ist die, die über Dranbleiben oder Aufgeben entscheidet: Was verändert sich für dich und dein Umfeld, wenn du dieses Ziel erreichst?
Dieser Schritt heißt Öko-Check. Er kommt aus dem NLP, und er ist deshalb so wichtig, weil er die Konsequenzen mit einbezieht. Menschen geben oft nicht auf, weil ihnen die Disziplin fehlt, sondern weil sie unterschätzt haben, was das Ziel sie kosten würde. Der Widerstand kommt nicht am ersten Tag – er kommt in Woche fünf, wenn klar wird, dass für das Neue etwas Altes weichen muss.
Solltest du beim Öko-Check feststellen, dass du doch lieber alles so lässt, wie es ist, hast du dir vielleicht viel Arbeit erspart und ganz sicher einiges an Klarheit gewonnen.
Die Fragen für deinen Öko-Check
- Welche Konsequenzen hat das Erreichen meines Zieles?
- Welchen Preis muss ich eventuell dafür bezahlen?
- Was muss ich aufgeben, um mein Ziel zu erreichen?
- Was bringt es mir, mein Ziel zu erreichen?
- Welche Auswirkungen wird es auf meine Gesundheit haben?
- Wie lässt sich mein Ziel mit meinen Finanzen vereinbaren?
- Wird meine Familie betroffen sein?
- Hat es Konsequenzen für mich im Beruf?
- Passt mein Ziel zu dem, was mir sonst noch wichtig ist in meinem Leben?
Die letzte Frage ist die unbequemste. Sie deckt Zielkonflikte auf – und die sind der häufigste stille Grund, warum gute Ziele im Sand verlaufen. Wer sich beruflich verändern will und gleichzeitig mehr Zeit für die Familie möchte, hat zwei Ziele, die sich gegenseitig Zeit wegnehmen. Das ist lösbar, aber nur, wenn man es weiß.
Spielen wir es an einem Ziel durch, das viele kennen: eine Weiterbildung neben dem Beruf. Spezifisch ist es, messbar auch, attraktiv sowieso, realistisch klingt es ebenfalls – zwei Abende pro Woche, das geht doch. Der Öko-Check fragt weiter: Zwei Abende, ein Jahr lang – das sind rund hundert Abende. Wer verbringt sie stattdessen allein? Was fällt in dieser Zeit weg, das dir eigentlich guttut? Und wenn das Geld für die Ausbildung ohnehin knapp ist: Worauf verzichtest du dafür?
Manchmal ist die Antwort: Ja, das ist es mir wert. Dann gehst du los und weißt, worauf du dich einlässt – und du gibst im Februar nicht auf, weil dich das Alleinsein überrascht.
Manchmal lautet die Antwort aber: nicht dieses Jahr. Auch das ist ein Ergebnis. Kein Scheitern, sondern eine Entscheidung, die du bewusst getroffen hast statt sie nach drei Monaten stillschweigend zu verlieren.
Wenn du an dieser Stelle merkst, dass dein Ziel das Gleichgewicht in deinem Leben kippen würde, lohnt sich ein Blick auf das größere Bild: Work-Life-Balance – wie du Stress in deinem Leben reduzierst
Bist du bereit, diese Konsequenzen zu tragen? Jetzt hast du noch die Möglichkeit, dein Ziel zu verändern, sodass du mit den Folgen gut leben kannst.
Wenn du mit Ja antworten kannst: Dann geht’s los.
Liebe Andrea, als ich deinen Artikel las, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: ich feiere meine Erfolge nicht. Kein Wunder, dass ich mich ausgelaugt fühle, weil es ja immer gleich weitergehen „muss“. Oje, was für ein Dilemma, ich werde es neurografieren. Vielen Dank und herzliche Grüße Sonja
Liebe Sonja,
neurographieren ist eine gute Entscheidung, du wirst sehen, es wird sich verändern.
Liebe Grüße
Andrea