Gleichzeitig habe ich in meiner Praxis immer wieder erlebt, dass sich manche Themen schwer in Worte fassen lassen. Da ist ein Druck im Körper, ein Gefühl von Enge, ein Muster, das sich zeigt, ohne dass klar ist, woher es kommt.
Als ich 2020 die Neurographik entdeckte, kam eine weitere Ebene dazu. Beim neurokreativen Zeichnen denkst du nicht nur über ein Thema nach – du bringst es aufs Papier, du bewegst die Hand, du folgst Linien, du nimmst wahr, was im Körper passiert. In den Basiskursen sah ich, wie Menschen mit ihrem eigenen Thema arbeiteten, innehielten und plötzlich etwas wahrnahmen, das vorher nur diffus spürbar war. Für mich war das ein Schlüsselmoment: Dieses Zeichnen gibt Menschen die Möglichkeit, selbst etwas zu tun – nicht ausgeliefert zu sein.
Wie wertvoll das ist, habe ich später selbst erfahren. Während meiner Neurographik-Ausbildung wurde meine Mutter schwer krank und ist gestorben. Das Zeichnen hat mir geholfen, mit meiner Trauer besser umzugehen, ohne sie wegzuschieben. Ich musste nicht alles erklären, nicht alles verstehen – ich konnte einfach mit dem sein, was in mir war, und es Schritt für Schritt aufs Papier bringen. Manchmal braucht etwas in uns keinen klugen Satz, sondern einen Raum. Eine Linie. Eine Bewegung.
So entstand für mich die Verbindung aus Stift und Trance. Beide Wege führen nach innen – die Hypnose öffnet einen Raum für innere Bilder und neue Erfahrungen, das Zeichnen bringt innere Prozesse sichtbar in Bewegung. Und die psychosoziale Beratung gibt dem Ganzen einen sicheren Rahmen, damit daraus Veränderung wird, die im Alltag weiterwirkt.