Selbstliebe lernen: 10 Tipps für Frauen ab 40

Last Updated on 30.09.26 by Andrea Forsthuber

Selbstliebe heißt, freundlich, geduldig und fürsorglich mit dir selbst umzugehen, so wie mit einer guten Freundin. Das kannst du lernen und üben, in jedem Alter, auch mit 40, 50 oder 60.

Jahrelang hast du funktioniert. Du hast dich um andere gekümmert, Erwartungen erfüllt, Verantwortung getragen. Und irgendwann taucht eine leise Frage auf: Und wo bleibe eigentlich ich?

Wenn ich mich heute mit der Andrea von früher vergleiche, hat sich viel verändert. Ich bin geduldiger geworden, vor allem mit mir selbst. Ich nehme mir Auszeiten, wenn ich sie brauche, und höre auf meinen Körper, statt über ihn hinwegzugehen. Ich achte darauf, dass ich genug schlafe, genug trinke und mich gut versorge. Das klingt unspektakulär. Aber genau in solchen kleinen Entscheidungen zeigt sich Selbstliebe.

Für Selbstliebe ist es nie zu spät. Im Gegenteil. Viele Frauen ab 40 haben genug Lebenserfahrung, um zu spüren, dass der alte Weg nicht mehr passt. In diesem Artikel erfährst du, was Selbstliebe bedeutet, woran du fehlende Selbstliebe erkennst und mit welchen 10 Tipps du Schritt für Schritt freundlicher mit dir werden kannst.

Selbstliebe heißt, dich selbst mit all deinen Stärken und Schwächen anzunehmen. Nicht erst, wenn du perfekt bist, sondern genau so, wie du jetzt bist. Es geht darum, liebevoll mit dir selbst umzugehen, auch an einem schlechten Tag.

Selbstliebe ist nicht Egoismus. Viele Frauen haben gelernt, dass es egoistisch ist, an sich selbst zu denken. Doch wer sich selbst liebt, nimmt anderen nichts weg. Egoismus bedeutet, die eigenen Interessen auf Kosten anderer durchzusetzen. Selbstliebe bedeutet, dich selbst nicht zu vergessen, während du für andere da bist. Auch mit Narzissmus hat sie nichts zu tun: Narzissmus braucht ständige Bewunderung von außen. Selbstliebe macht dich gerade unabhängiger davon.

Eng verwandt sind einige Begriffe, die oft durcheinandergehen:

  • Selbstakzeptanz oder Selbstannahme bedeutet, dich anzunehmen, wie du bist, ohne dich ständig verbessern zu müssen.
  • Selbstwert oder Selbstwertgefühl beschreibt, wie wertvoll du dich als Mensch empfindest.
  • Selbstmitgefühl ist die Fähigkeit, dir in schwierigen Momenten freundlich zu begegnen. Mehr dazu liest du in meinem Artikel über Selbstmitgefühl.

Selbstliebe ist gewissermaßen das Dach über all dem: eine Grundhaltung dir selbst gegenüber.

Woran du fehlende Selbstliebe erkennst

Mangelnde Selbstliebe zeigt sich selten laut. Meist steckt sie in kleinen Gewohnheiten, die sich über Jahre eingeschliffen haben. Vielleicht erkennst du dich in einigen Punkten wieder:

  • Dein innerer Kritiker ist laut. Du redest innerlich hart mit dir, sobald etwas nicht klappt.
  • Du vergleichst dich ständig. Andere wirken schlanker, erfolgreicher, gelassener.
  • Du brauchst Bestätigung von außen. Lob tut gut, aber ohne es fühlst du dich schnell unsicher.
  • Du stellst deine eigenen Bedürfnisse hinten an. Erst kommen alle anderen, dann vielleicht du.
  • Nein zu sagen fällt dir schwer. Aus Angst, andere zu enttäuschen, sagst du Ja, obwohl du Nein meinst.
  • Selbstzweifel begleiten dich. Auch wenn du vieles erreicht hast, fühlt es sich nie ganz genug an.

Ein Mangel an Selbstliebe hat nichts mit Schwäche zu tun. Oft ist er das Ergebnis dessen, was wir über Jahrzehnte gelernt haben.

Warum es vielen Frauen so schwerfällt, sich selbst zu lieben

In meiner Praxis höre ich immer wieder denselben Satz, nur in anderen Worten: Frauen sind ihre eigenen größten Kritikerinnen. Sie behandeln sich innerlich so streng, wie sie niemals mit einem anderen Menschen umgehen würden.

Das hat Gründe. Viele von uns sind mit Sätzen aufgewachsen wie „Sei nicht so empfindlich“, „Stell dich nicht in den Mittelpunkt“ oder „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“. Solche negativen Glaubenssätze sind tief in uns verankert. Sie laufen im Hintergrund weiter, auch wenn wir längst erwachsen sind und es eigentlich besser wissen.

Genau deshalb reicht es oft nicht, sich mit dem Verstand vorzunehmen: „Ab heute liebe ich mich.“ Das alte Selbstbild sitzt tiefer. Veränderung braucht Wiederholung, Geduld und manchmal einen Zugang, der über das reine Nachdenken hinausgeht. Methoden wie Hypnose oder neurokreatives Zeichnen setzen genau auf dieser Ebene an, dort, wo alte Muster gespeichert sind.

Selbstliebe lernen: 10 Tipps für deinen Alltag

Selbstliebe ist keine Eigenschaft, die du hast oder nicht hast. Sie ist eine Fähigkeit, die du üben kannst. Diese 10 Tipps helfen dir, mehr Selbstliebe in dein Leben zu holen. Du musst nicht alle auf einmal umsetzen. Such dir einen aus, der dich gerade anspricht.

Tipp 1: Bemerke deinen inneren Kritiker

Der erste Schritt ist, überhaupt wahrzunehmen, wie du mit dir sprichst. Achte einen Tag lang darauf: Welche Sätze sagst du innerlich zu dir, wenn dir etwas misslingt? „Typisch, wieder verbockt.“ „Das hätte ich doch wissen müssen.“

Harsche Selbstkritik fühlt sich oft ganz normal an, weil sie so vertraut ist. Du musst diese negativen Gedanken nicht sofort ändern. Es reicht, sie zu bemerken. Denn was du bemerkst, verliert schon ein Stück seiner Macht.

Tipp 2: Sprich mit dir wie mit deiner besten Freundin

Wenn ich Klientinnen frage, wie sie mit ihrer besten Freundin umgehen würden, wird es oft emotional. Denn jede weiß ganz genau, was sie ihrer Freundin in einer schwierigen Situation sagen würde: „Das ist doch menschlich.“ „Du hast dein Bestes gegeben.“ „Sei nicht so streng mit dir.“

Warum also behandelst du dich selbst so anders? Probier es aus: Wenn dein innerer Kritiker das nächste Mal laut wird, frag dich: Was würde ich jetzt meiner besten Freundin sagen? Und dann sag genau das zu dir. Je öfter du das übst, desto wertschätzender wird dein innerer Ton.

Tipp 3: Lerne, deine eigenen Bedürfnisse zu erkennen

Viele Frauen wissen genau, was ihre Familie, ihre Kolleginnen oder ihre Freunde brauchen. Aber was brauchst du selbst? Oft haben wir verlernt, überhaupt in uns hineinzuhören.

Halte mehrmals am Tag kurz inne und frag dich: Was brauche ich gerade? Ist es eine Pause, ein Glas Wasser, frische Luft, ein Gespräch oder einfach Ruhe? Deine Bedürfnisse zu erkennen, ist die Grundlage dafür, gut für dich zu sorgen.

Tipp 4: Setze klare Grenzen und sag öfter Nein

Wer sich selbst liebt, darf Nein sagen. Jedes Ja, das eigentlich ein Nein ist, kostet dich Kraft. Klare Grenzen schützen dein eigenes Wohlbefinden und sind kein Zeichen von Unfreundlichkeit.

Vielen Frauen fällt es schwer, Nein zu sagen. In meinen Artikeln zu Grenzen setzen und Nein sagen lernen, findest du konkrete Wege, wie das auch ohne schlechtes Gewissen gelingt.

Tipp 5: Vergleich dich mit dir selbst statt mit anderen

Sich mit anderen zu messen ist menschlich. Doch du stellst dabei meist dein Inneres neben die Fassade anderer. Du siehst deine Zweifel und Unsicherheiten, bei den anderen aber nur das, was sie zeigen.

Niemand ist perfekt, auch die Frau nicht, die auf Instagram so mühelos wirkt. Wenn du dich dabei ertappst, lenk den Blick zurück zu dir: Wo stehe ich heute, gemessen an mir selbst vor fünf Jahren?

Tipp 6: Feiere deine kleinen Erfolge

Wir sind geübt darin zu sehen, was nicht geklappt hat. Was gelungen ist, übersehen wir gern. Dabei kannst du dein Selbstwertgefühl stärken, wenn du auch die kleinen Schritte würdigst. So wächst nach und nach deine innere Stärke.

Nimm dir abends einen Moment und schreib drei Dinge auf, die dir heute gelungen sind. Das dürfen ganz kleine Dinge sein. Wenn du diese Übung vertiefen möchtest, schau dir das Energietagebuch in meinem Artikel über Selbstliebe Übungen an.

Selbstliebe 2025

Tipp 7: Nimm dir bewusst Zeit nur für dich

Zeit für dich ist kein Luxus, sondern Selbstfürsorge. Das kann ein Spaziergang allein sein, ein gutes Buch, ein Bad oder einfach zehn Minuten Stille mit einer Tasse Tee.

Wichtig ist, dir diese Zeit zu nehmen, ohne sie erst „verdienen“ zu müssen. Nimm dir Zeit für dich, weil du es wert bist, nicht weil alles andere erledigt ist. Ideen dafür findest du in meinem Artikel über Me Time.

Tipp 8: Prüfe deine Glaubenssätze

Welche Sätze über dich hast du irgendwann übernommen, ohne sie je zu hinterfragen? „Ich bin nicht gut genug.“ „Ich muss es allen recht machen.“ „Ich darf keine Fehler machen.“

Schreib einen solchen Satz auf und frag dich: Stimmt das wirklich? Woher kommt dieser Satz? Wem hat er früher geholfen? Oft merkst du dabei, dass ein alter Glaubenssatz heute gar nicht mehr zu dir passt.

Vielleicht hast du schon positive Affirmationen ausprobiert und gemerkt, dass sie sich falsch anfühlen. Das liegt nicht an dir. Dein Unterbewusstsein prüft neue Sätze auf Glaubwürdigkeit. Sanftere Sätze wie „Ich bin auf dem Weg“ oder „Ich lerne, freundlicher mit mir zu sein“ sind oft viel wirksamer als ein großes „Ich liebe mich“.

Tipp 9: Komm bei dir und deinem Körper an

Achtsamkeit hilft dir, im Moment anzukommen und deine Gefühle und Gedanken wahrzunehmen, statt im Kopf zu kreisen. Das muss nicht gleich eine lange Meditation sein. Ein paar bewusste Atemzüge, die Hand auf dem Herzen, ein kurzer Blick nach innen reichen schon.

Hör dabei auch auf deinen Körper. Er sagt dir sehr klar, wann du eine Pause brauchst, wann du müde bist oder wann dir etwas nicht guttut. Wer lernt, diese Signale ernst zu nehmen, geht automatisch liebevoller mit sich um.

Tipp 10: Hol dir Unterstützung, wenn du sie brauchst

Liebevoll mit sich selbst umzugehen heißt nicht, alles allein schaffen zu müssen. Manche Muster sitzen so tief, dass ein Blick von außen hilft. Sich Unterstützung zu holen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Akt der Selbstfürsorge.

In der psychosozialen Beratung begleite ich dich dabei, alte Muster zu erkennen und neue Wege zu finden, freundlicher mit dir selbst umzugehen.

Selbstliebe Übungen für jeden Tag

Tipps geben dir die Richtung. Übungen helfen dir, sie in deinen Alltag zu bringen. Denn Selbstliebe wächst durch Wiederholung, nicht durch einen einzigen großen Vorsatz.

Eine Übung, die in meiner Praxis besonders gut wirkt, ist das Energietagebuch. Wie es funktioniert und welche weiteren Übungen dir helfen, liest du in meinem Artikel Selbstliebe Übungen.

„Mehr Leichtigkeit“ – deine sechswöchige Reise zurück zu dir

Manchmal fällt es schwer, die eigenen Bedürfnisse überhaupt wieder zu spüren – und noch schwerer, freundlich mit sich selbst zu sein, wenn der Alltag voll ist. Genau hier setzt „Mehr Leichtigkeit“ an: eine sechswöchige Reise zurück zu dir selbst, in einer kleinen, geschützten Gruppe.

Neurographik Zeichnung - Mehr Leichtigkeit

Wir arbeiten nicht mit mehr Disziplin, sondern mit mehr Freundlichkeit – begleitet von mir, in einer kleinen, geschützten Gruppe. Jede Woche nehmen wir uns gemeinsam ein Überthema vor (zum Beispiel „deine vielen Rollen“), das du mit deinem eigenen Leben füllst – so arbeitet jede an dem, was gerade bei ihr dran ist. Über zwei sanfte Türen nach innen, das neurokreative Zeichnen und die Hypnose, darfst du Schritt für Schritt aus der Schwere in die Leichtigkeit finden, ganz in deinem Tempo.

Wenn du magst, schau dir in Ruhe an, was in diesen sechs Wochen auf dich wartet​: Mehr Leichtigkeit – Die 6-Wochen- Reise

Häufige Fragen zu Selbstliebe

Ist Selbstliebe egoistisch?

Nein. Selbstliebe heißt nicht, andere zu übergehen, sondern dich selbst nicht zu vergessen. Wer gut für sich sorgt, hat meist sogar mehr Kraft und Geduld für andere.

Kann man Selbstliebe lernen?

Ja. Selbstliebe ist keine feste Eigenschaft, sondern eine Haltung, die du trainieren kannst. Mit Geduld und Übung verändert sich nach und nach, wie du mit dir sprichst und umgehst.

Wie lange dauert es, Selbstliebe zu lernen?

Das ist sehr unterschiedlich. Erste Veränderungen spürst du oft schon nach wenigen Wochen, wenn du regelmäßig übst. Tief verankerte Muster brauchen mehr Zeit. Selbstliebe ist eher ein Weg als ein Ziel.

Kann man andere lieben, ohne sich selbst zu lieben?

Ja, das geht. Viele Frauen lieben ihre Familie und Freunde von Herzen, während sie mit sich selbst sehr streng sind. Doch wer sich selbst annimmt, kann Liebe oft freier geben und leichter annehmen.

Was ist der Unterschied zwischen Selbstliebe und Selbstwert?

Der Selbstwert beschreibt, wie wertvoll du dich als Mensch empfindest. Selbstliebe ist die Haltung, mit der du dir begegnest, also wie freundlich, geduldig und fürsorglich du mit dir umgehst. Beide hängen eng zusammen und stärken sich gegenseitig.

Ist es mit 40 oder 50 zu spät, Selbstliebe zu lernen?

Nein, es ist nie zu spät. Gerade im Erwachsenenalter bringst du viel Lebenserfahrung mit. Du weißt, was dir nicht guttut, und hast oft mehr Mut, etwas zu verändern.

Fazit

Mehr Selbstliebe bedeutet nicht, dich über Nacht zu verändern. Es bedeutet, Schritt für Schritt freundlicher mit dir umzugehen. Deinen inneren Kritiker zu bemerken, deine Bedürfnisse ernst zu nehmen und dir zu erlauben, auch mal an erster Stelle zu stehen.

Du musst nicht perfekt sein, um dich selbst zu lieben. Du darfst genau jetzt anfangen, mit dem Menschen, der du heute bist.

Welcher der 10 Tipps spricht dich gerade am meisten an? Vielleicht ist das dein erster Schritt.

Andrea Forsthuber psychosoziale Beratung

Andrea Forsthuber

Psychosoziale Beraterin,
Hypnotiseurin und
Dipl. Ernährungs- & Präventionscoach, Neurographiktrainerin.

Ich unterstütze Menschen dabei, ihre Ziele zu erreichen.

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Hallo, ich bin Andrea Forsthuber. Ich glaube daran, dass in jedem Menschen etwas Wunderbares und Einzigartiges angelegt ist – auch dann, wenn es unter Stress, Selbstzweifeln oder alten Mustern kaum spürbar ist.

Als psychosoziale Beraterin, Hypnose-Coach und neurokreative Wegbegleiterin begleite ich Menschen dabei, sich selbst besser zu verstehen, freundlicher mit sich zu werden und den eigenen Weg mit mehr Leichtigkeit zu gehen.

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