So kannst du Selbstmitgefühl entwickeln – Schritt für Schritt, so wie du es einer mitfühlenden Freundin raten würdest. Eine einfache Frage hilft dir dabei: Wie würde ich reagieren, wenn es meiner besten Freundin gerade so ginge? Vermutlich würdest du sagen: „Es tut mir so leid, dass du das gerade durchmachst.“ Und wahrscheinlich würdest du sie in den Arm nehmen.
Genau das darfst du auch bei dir tun. Nimm dich in den Arm. Deinem Körper ist es egal, wer ihn hält – er schüttet dabei Oxytocin aus, das Hormon, das für Ruhe und Geborgenheit sorgt. Sprich mit dir, wie du mit einem Menschen sprichst, den du gernhast. So kultivierst du Schritt für Schritt eine fürsorgliche, mitfühlende innere Stimme.
Vielleicht fühlt sich das zuerst ungewohnt an. Verständlich – es verlangt von dir, zwei Rollen einzunehmen, die sonst zwei Menschen übernehmen: die, die tröstet, und die, die getröstet wird. Doch genau diese kleine Teilung stärkt dein Selbstmitgefühl und deine Selbstliebe.
Sie hilft dir auch, Abstand zu gewinnen zwischen dir und deinem Schmerz. Die innere Botschaft lautet dann: „Ja, es geht mir gerade nicht gut. Aber ich bin mehr als dieses Gefühl. In mir ist auch die Wärme, die ich mir selbst schenke.“
Eine kleine Achtsamkeitsübung unterstützt dich dabei: Beobachte deine Gefühle und Gedanken, ohne sie zu bewerten. Schau von außen darauf, fast neugierig: „So fühlt sich das gerade an. Gefühle kommen – und sie gehen wieder. Sie sind nicht mein ganzes Leben.“ Wer mag, kann daraus eine kurze Meditation machen und sich täglich ein paar Minuten dafür nehmen.
So gibt dir Achtsamkeit deine Handlungsfähigkeit zurück. Du lässt dich von deinen Gefühlen nicht mehr überrollen, sondern kannst hinschauen, verstehen und Schritt für Schritt verändern.
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